2019-03-08 10:03

Designer's Saturday: Zurück zum Kern

Langenthal

Weniger ist mehr, soll es künftig heissen beim Designers’ Saturday.  

<b>Jan Geipel</b> am Designers' Saturday 2018.

Jan Geipel am Designers' Saturday 2018.

(Bild: Thomas Peter)

  • Kathrin Holzer

    Kathrin Holzer

Nach nur einer einzigen Ausgabe ist die Ära Jan Geipel bereits wieder beendet in Langenthal. Dabei hat der  Architekt den ohnehin schon erfolgreichen Designers’ Saturday nur noch erfolgreicher gemacht. Gemessen am Publikum zumindest, wie auch die D’S Design Center AG als Trägerin des Anlasses unterstreicht.

Fast 17'000 Besucherinnen und Besucher strömten vergangenen November durch die zu Ausstellungsräumen umfunktionierte Produktionshallen von Création Baumann, Girsberger, Glas Trösch, Hector Egger Holzbau und Ruckstuhl: Das bedeutete neuen Publikumsrekord.

Gleichzeitig hatte der Anlass mit über neunzig beteiligten Unternehmen und Institutionen in den fünf Gastgeberfirmen sowie vier neuen Formaten aber auch eine Grössenordnung erreicht, die den Vorstand über die Bücher gehen liess.

Das Resultat ist seit Mittwoch bekannt: Die Zusammenarbeit mit dem Kurator werde nicht weitergeführt, teilte die Design Center AG mit. Man wolle stattdessen dem «Kern des Anlasses» wieder mehr Beachtung schenken – und wirtschaftliche Aspekte intensiver in das Konzept und in die Organisation mit einbeziehen.

Veränderte Ausgangslage

Was das für die Zukunft des Designers’ Saturday konkret bedeutet, kann Philippe Baumann, Chef der Création Baumann und Präsident der Design Center AG, noch nicht sagen.

Der Vorstand, bestehend aus je einer Vertretung der fünf Standortfirmen sowie PR-Fachfrau Gabriella Gianoli und Urs Stampfli von der Langenthaler PIN’C AG, werde ein neues Konzept erst erarbeiten müssen. Die Richtung, in die es gehen wird, ist indes klar: Zuletzt habe sich der Designers’ Saturday mit seinen zahlreichen Ausstellern und Formaten verstärkt auf Nebenschauplätze fokussiert, sagt Baumann.

Künftig sollen wieder die fünf Industriestandorte selber im Mittelpunkt stehen mit «kreativen und qualitativ hochstehenden Ausstellungen», wie es auch ursprünglich einmal die Idee gewesen ist. Wobei Gastaussteller, womöglich in etwas geringerer Zahl, natürlich weiterhin Platz finden sollen. Das müssen sie sogar.

Mit dem Designers’ Saturday und dem Design-Preis Schweiz als sich abwechselnde Anlässe unter dem Dach der Design Center AG sei die Rechnung bisher gut aufgegangen, sagt Philippe Baumann. Wobei der Preis mit seinen Sponsoren rund die Hälfte der gesamten Einnahmen ausgemacht habe.

Inzwischen hat sich der Design-Preis aber bekanntlich von der Design Center AG getrennt. Die Strukturkosten können somit nicht länger auf zwei Produkte verteilt werden. Und einnahmeseitig bleiben dem Design Center nur die Gebühren der Gastunternehmen und die Eintritte des Designers’ Saturday. Auch deshalb sei es der richtige Zeitpunkt, den Anlass neu zu organisieren, sagt Baumann.

Der Entscheid, die Zusammenarbeit mit dem Kurator nicht weiterzuführen und die gesamte Organisation des Anlasses zu überdenken, sei vom Vorstand denn auch einstimmig gefällt worden. Spätestens im Juni 2019, sagt Baumann, werde das neue Konzept vorliegen für die inzwischen 18. Edition des Designers’ Saturday vom 6. bis 8. November 2020 in Langenthal.